Kluge Balance-Akte

By | 19. September 2014

Konformität und Harmonie kontra Selbstoffenbarung und „Klinsch“

Ich glaube, man muss in gewisser Weise intelligent bzw. geschickt sein, um im Leben zwischen Extrempolen zu balancieren. Heute schau ich mir mal den Balance-Akt zwischen Harmonie-orientierter Gruppenkonformität einerseits, und „reibender“ Selbstoffenbarung andererseits an. Das kann man mit den Beispielen des Outings illustrieren (Homosexualität) oder mit familiärem Feedback (rückmelden, dass etwas falsch war oder unmöglich, etc.). Wann sollte man eher „lieb, nett und harmonisch“ handeln und wann „streitlustig und offenbarend“?

Gruppenkonformität ist wie viele Dinge eine zwiespältige Angelegenheit. Sie ist als Herdentrieb bekannt und kann fatal sein (Gruppen-Selbstmorde) oder sehr sozial und angenehm (gemeinsam essen, gemeinsam studieren). Man balanciert da jedenfalls zwischen Harmonie/Disharmonie und Schweigen/Aussagen hin und her, wie ein Seiltänzer.

Ich finde, eine besondere Herausforderung des intelligenten bzw. klugen Handelns ist es, zwei entgegen gesetzte Ziele gleichzeitig anzupeilen, also sozusagen „die optimale Mitte der menschlichen Kommunikation“ zu treffen, und dabei idealerweise auch Erfolg haben. Sollte so ein schwieriges Handeln gelingen, fühlt man sich sehr mächtig und stolz, sollte es fehlschlagen, schimmert ein wenig Stolz von der versuchten Anpeilung hinterher (finde ich). Eine schöne win-win-Situation. (Das Bedürfnis, so einen heiklen Balance-Akt gut hinzubekommen, scheint oft vorzukommen, s. Thun Band 2, S. 52).

Worum geht es? Es geht darum, dass man z.B. „den Mund aufmacht“ in einer heiklen Angelegenheit, aber gleichzeitig die Harmonie bewahrt. Es ist, als wolle man Gift sprühen, aber nicht verletzen, oder mit einem Pfeil treffen, aber nicht den wunden Punkt des Gegenübers, sondern im optimalen Punkt der „Ziel-Überlappung“. Ein bisschen weniger pompös ausgedrückt, man schließt einen Kompromiss zwischen dem einen und dem anderen Ziel.

Beispiel:
Eine Studentin will einem Kommilitonen gegenüber ihre ehrliche Meinung sagen, möchte aber keinen Streit heraufbeschwören. Sie ahnt, dass ihre knallharte Ehrlichkeit sofort zu Zwietracht führen würde. Sie entscheidet sich für einen fein austarierten Mittelweg und sagt mit sehr ruhiger und gelassener Stimme:

„Nein, also, du sagtest ja vorher, dass… Ich meinte das eigentlich anders, und zwar…“

Sie sagt nein, ohne zu zerstören. Sie ist ehrlich, ohne zu giften.
Zudem ist sie „selektiv authentisch“, d.h. sie ist selektiv, weil sie manches für sich behält (das „Gift“), und sie ist authentisch, weil sie etwas sagt, das mit den Zielen ihrer Innenwelt auch übereinstimmt (Thun 1, S. 246; gemeint ist hier ihr Ziel, Harmonie zu bewahren, welches bei reiner, knalliger Ehrlichkeit verfehlt worden wäre).

Es gibt natürlich reihenweise Menschen, die lieber ungefiltert giften. Das kann in Ausnahmefällen auch mal „frischen Wind“ in eine Beziehung bringen, muss aber von viel Vertrauen und emotionaler Festigkeit gehalten werden. Ungefiltertes Giften gehört aber allgemein eher zur zerstörerischen Kategorie, meiner Meinung nach.

Tragisch ist, dass „Giften“ unglaublich viele Menschen mit Durchsetzungsvermögen verwechseln. Nein, es ist kein Durchsetzungsvermögen. Es ist Keifen. „Fass mich nicht an, du böser Wicht“, usw. Und das zeugt ja eher von Unterwürfigkeit, oder nicht? Wer ganz natürlich aus sich selbst heraus die Oberhand hat, braucht das nicht extra zu demonstrieren. Sondern es ruht friedlich und gelassen im Menschen selbst drin. Es muss nicht gezeigt werden, sondern verströmt eher beruhigende Impulse, die vom Unterbewusstsein der Mitmenschen empfangen werden (spekuliere ich mal so daher). Man kann (siehe oben) sehr ruhig auf emotional instabile Menschen reagieren. Man muss nicht reflexartig „zurückpampen“ – die Regel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist ja bei Lichte betrachtet eh unhaltbar. Wie kleine Kinder, die sich gegenseitig beschimpfen, vielleicht, weil sie es noch nicht besser gelernt haben. (Man kann natürlich den Spieß auch umdrehen und sich in freundlich-neckender Manier gegenseitig „dissen“. Das macht Spaß. Pöbeln für Profis sozusagen… Liebevolles Meckern.) Zicken und Selbstbehauptung sollte auseinander gehalten werden. Nicht jede Selbstbehauptung muss in pampigem Ton vorgetragen werden.

Bei einem Balance-Akt zwischen Harmonie und heikler Selbstoffenbarung muss man jedenfalls genau hinsehen und überlegen: bin ich grade in einer Trance-artigen und gefährlichen oder unerträglichen Herden-Verblendung gefangen? Sollte ich den Mund aufmachen? Oder bin ich in einem gemütlichen Mob unterwegs, den man, ähnlich wie eine Blubberblase, nicht zerplatzen sollte (weil es für alle einfach angenehmer ist, „drin“ zu bleiben und sie „draußen“ auch nix Besseres erwartet)?
Man muss wirklich genau hinschauen, denn beispielsweise sind drin-draußen-Denkschemata typisch für Sekten. Nicht jede Gruppe sollte sofort als Sekte abgestempelt werden, stattdessen muss man einfach sich selbst bzw. Vernunft sehr gut kennen lernen. Ich glaube, Selbstkenntnis hebelt Manipulationsversuche sehr effizient aus. Denn dann kann man bspw. die Quelle der eigenen Motive sehr präzise zurückverfolgen und differenzieren, von wem was abstammt. Man merkt: „Der hat mich dazu gebracht“, oder auch, „das habe ich dazu beigetragen, ich habe mitgespielt“.

Kurz zusammengefasst:
Kluges Handeln in diesem Beispiel ist für mich das optimale Austarieren zweier entgegen gesetzter Ziele.

Wie oft wart ihr schon in einer Situation, in der ihr zwei entgegen gesetzte Ziele erreichen wolltet?
Welche Erfahrungen möchtet ihr teilen?

Quelle:
Friedemann Schulz von Thun. (50. Auflage: Februar 2013). Miteinander reden: 1. Print. [Band 2: S. 52f]

13 thoughts on “Kluge Balance-Akte

  1. Imma Spoelmanns

    An dieser Stelle erst einmal ein Dankeschön dafür dass du deine Gedanken und Sorgen mit einer breiten und anonymen Öffentlichkeit teilst.

    Fernab von den bisher, aus offensichtlich persönlichen Differenzen, diskutierten Themen habe ich mir nach dem Lesen des Beitrags eine Frage gestellt… Wie weit ist ein Individuum wirklich fähig bewusst und quasi strategisch, von Situation zu Situation zu entscheiden welche Handlungsweise die „Effizienteste“ ist? In meinen Augen geschieht dieses Ausloten der Handlungsalternativen, in einem absoluten Großteil der zwischenmenschlichen Interaktionen, nach einem in der spezifischen Sozialisation erlerntem (oft unbewusstem) Muster, dass im Grunde genommen nichts „Individuelles“ und auch nichts „Intelligentes“ besitzt. Das souveräne (fast schon diplomatische) Manövrieren durch diese komplementären Zielsetzungen erfordert meiner Meinung nach weniger Intelligenz und mehr langwieriges „Training“, auch soziale Kompetenz genannt.
    Reflektiert ein Mensch (bewusst als Synonym für Individuum gebraucht) jedoch ganz bewusst seine Handlungsalternativen, wie zum Beispiel wenn er einen durchdachten Kommentar unter einem Beitrag abgibt, so drückt er damit nicht zwangsweise etwas individuelles aus sondern repräsentiert eher die Rolle, die nach seiner Antizipation seinem Ziel am dienlichsten ist. Selbst wenn eine Identität eine disharmonische, streitstiftende, Handlungsalternative wählt tut sie das oft nicht um ihrem Selbstbild zu entsprechen, sondern um einem, möglichst vielversprechendem, Rollenbild zu entsprechen.
    Individuell und wirklich zielgerichtet ist also meiner Meinung nach nur die Auswahl des Ziels (überwiegend unbegrenzt) und die Auswahl der Rolle (durch sozio-kulturellen Hintergrund begrenzt), durch die das Ziel erreicht werden soll. Die Rollen wiederum sind definiert durch den zugrunde liegenden Normenkodex.
    Grob umrissen traue ich dem Individuum nur sehr wenig Individualität zu. ^^

    Dieser Beitrag soll in erster Linie deinen und meinen Horizont durch Anregung zur Kommunikation über diese Gedanken erweitern und weniger kritisieren oder in Frage stellen.

    Reply
    1. Lea Fuhs

      Hallo Imma,

      Danke für deinen Kommentar.

      „Das souveräne (fast schon diplomatische) Manövrieren durch diese komplementären Zielsetzungen erfordert meiner Meinung nach weniger Intelligenz und mehr langwieriges “Training” → Vielleicht ist es beides? Sowohl Intelligenz (um ohne Vorerfahrung gut zu kalkulieren) als auch Training (was nichts anderes ist als Erfahrung)?

      „Grob umrissen traue ich dem Individuum nur sehr wenig Individualität zu“ → Warum denn? :-) Ist es wegen dem großen Einfluss von Sozialisation und der momentanen Situation?

      Reply
      1. Raskolnikow

        Naja…. Intelligenz hilft aufjedenfall dabei die Situation schneller und besser zu antizipieren, aber in der SItuation selbst, vorallem in direkten Face-to-Face Interaktionen, fehlt in der Regel die Distanz um wirklich noch „auszutarieren“ welche Handlungsweise die beste ist. Außerdem fehlt dem Individuum der Überblick über alle für die Situation relevanten Informationen und in vielen Fällen auch die emotionale Distanz, um darüber dann bewusst und strategisch refkletieren und abwägen zu können. Es muss sich auf Verhaltens-patterns verlassen und auch verlassen können. Dieses kluge, diplomatische Verhalten erfolgreich in Interaktionen darstellen zu können erfordert viel Erfahrung, aber Intelligenz steht dabei eher hinten an in meinen Augen. Wobei Intelligenz den Lernprozess mit Sicherheit beschleunigt.

        Genau, Sozialisation und der situationale Kontext bestimmen welche Rolle das Individuum überhaupt erfolgreich in Situationen darstellen kann…. Individualität geschiet dann nurnoch in nuancen, als Ausschmückung der Rolle. Aber selbst diese Ausschmückungen sind Produkt der Erfahrungen des Menschen.
        Überspitzt könnte man vlt. sogar behaupten, dass ein Individuum nicht aus sich heraus individuell ist, sondern von der Außenwelt gezwungen wird Individuell zu sein, indem sie ihm ein ganz spezifisches Aggregat an Erfahrungen mitgibt. Der Mensch bemüht sich auch öfter darum Konformität zu erreichen als Anomie.

        Reply
  2. Dr. Hojen

    1) Ich zitiere aus dem Originaltext: „Und das zeugt ja eher von Unterwürfigkeit, oder nicht? Wer ganz natürlich aus sich selbst heraus die Oberhand hat, braucht das nicht extra zu demonstrieren.“ könntekönntemöglich<. Und das ist eine Schwäche des Modells, die man mal erwähnen sollte.)

    6) siehe 5. Aber zum Beispiel hier: "Ungefiltertes Giften gehört aber allgemein eher zur zerstörerischen Kategorie, meiner Meinung nach." – Ich lese das als "… und sollte deshalb unterlassen werden". Es zerstört nur dann etwas, wenn man sich zu fein ist, sich damit auseinanderzusetzen. Das meine ich nicht pauschal, sondern auf den Einzelfall. Ich muss mich fragen: "Warum wird der andere wütend?" – und wenn ich mich das nicht frage, erst dann wird die Sache zerstörerisch. (Ich spreche hierbei von Wut im Sinne von "pampig" bis "zynisch". Klar, einer offenen Beleidigung ist die Zerstörung innewohnend, aber ich glaube das ist eine Offensichtlichkeit. Darüber würde man kaum einen Blogbeitrag schreiben, also gehe ich mal davon aus, dass "Wut" hier ebenso gemeint ist.)

    7) Nun, ich denke in Wirklichkeit liegen wir mit unseren Ansichten nicht weit auseinander. Aber ich will mal etwas formeller werden: Ich lese dort oben folgendes Argument raus:
    1. "Wer ganz natürlich aus sich selbst heraus die Oberhand hat, braucht das nicht extra zu demonstrieren."
    2. (Jemand ist wütend)
    Ergo: Dieser jemand hat nicht die Oberhand.
    Das Argument ist formal nicht richtig (falsche logische Distribution), zusätzlich ist Prämisse 1 falsch. Und davor wollte ich eigentlich nur warnen. Entgleist ein Diskussionspartner in eines der bereits genannten Extreme, sagt das schlichtweg nichts über gar nichts aus. Das ist pure Selbstoffenbarung, aber nicht zwangsläufig Überkompensation. Eine andere Erklärung wäre neben vielen anderen, dass der Aggressor sich einfach missverstanden fühlt. Wenn er dann gegen eine Meta-Ebenen-Mauer klatscht, ist der Teufelskreis unausweichbar.

    Was meine ich also mit "in die Schuhe schieben"? Nun, befinde ich mich in einem Streit, und der andere wird wütend, kann ich ihm natürlich einfach den Schwarzen Peter zustecken, schließlich ist er der Unruhestifter und begeht damit ein "Vergehen". Er verstößt gegen die Regeln, er erzeugt kontraproduktive Disharmonie. Das KANN bedeuten, dass er im Unrecht ist bzw. nicht vernünftig argumentieren kann. Es KANN aber auch bedeuten, dass ich im Unrecht bin, und mit meiner sturen Uneinsichtigkeit mein Gegenüber zur Weißglut bringe. Und es KANN noch eine ganze Menge anderes bedeuten. Also wie soll ich daraus eine Aussage über "Oberhand" oder "Klugheit" gewinnen, ohne mich auf haardünnes Glatteis zu begeben?

    Reply
    1. Dr. Hojen

      Huch, da ist Text verschwunden! Hier nochmal die Antwort:

      1) Ich zitiere aus dem Originaltext: „Und das zeugt ja eher von Unterwürfigkeit, oder nicht? Wer ganz natürlich aus sich selbst heraus die Oberhand hat, braucht das nicht extra zu demonstrieren.“ <- Hier ist die Verallgemeinerung. Und ja, die ist wirklich unsinnig. Genau darauf wollte ich hinaus.

      3) Viele Hinweise ergeben keinen Beweis, und die Meinung der Masse als Beleg heranzuführen ist selten eine gute Idee. Aber gehen wir mal von einer virtuellen Person aus, deren Natur es einfach ist, herumzugiften. Also jemand, der im Idealfall immer pampig ist, ein richtiger Choleriker eben. Gerade so eine Person ist doch ein Paradebeispiel dafür, dass Tonfall und Inhalt voneinander losgelöste Aspekte sind. Ein Choleriker ist ja nicht deshalb permanent auf 180, weil er ständiger (Wortzitat) "Unterwürfigkeit" ausgeliefert ist, sondern, weil er sein Temperament nicht im Griff hat. Wieso das so ist… tja, da gäbe es wohl viele Möglichkeiten. Aber keine davon hat etwas mit Intelligenz zu tun. Zumindest wüsste ich nicht, wie man hier eine argumentative Brücke schlagen könnte. Dennoch werden diese Aspekte hier nicht nur in Bezug, sondern sogar gleichgesetzt: Die sokratisch-besonnene Gesprächskultur und Klugheit. Der Kunstgriff erschließt sich mir nicht.

      4. Nein, eine Empfehlung habe ich da nicht herausgelesen. Ich bitte um Entschuldigung, falls ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Ich formuliere es um: Wäre die Argumentationskette im Haupttext stimmig, dann könnte diese Empfehlung daraus gefolgert werden, spinnte man den Faden noch etwas weiter.

      5. Ebenso, das steht da nirgends. Ich wollte das niemandem in dem Mund legen, das ist eine eigene Aussage. Ich könnte das tun, und hinterher mit der obigen Argumentation wahrheitswidrig meinen Sieg der Debatte einklagen. Dieser Absatz geht mit der Instrumentalisierung einher, vor der ich warnte. Gepflogenheit im Streit ist ein wünschenswertes und sinnvolles Gut, aber kein Garant für die (Wortzitat) "Oberhand". Das darf nicht verwechselt werden! Und schon gar nicht absichtlich in einen Topf geworfen werden. Denn das könnte man machen, und würde im Rahmen der Argumentation bleiben. (Ähnlich wie man nach dem kategorischen Imperativ problemlos Beihilfe zum Mord leisten kann. Kant hat das nicht empfohlen, aber es wäre nach ihm möglich. Und das ist eine Schwäche des Modells, die man mal erwähnen sollte.)

      6) siehe 5. Aber zum Beispiel hier: "Ungefiltertes Giften gehört aber allgemein eher zur zerstörerischen Kategorie, meiner Meinung nach." – Ich lese das als "… und sollte deshalb unterlassen werden". Es zerstört nur dann etwas, wenn man sich zu fein ist, sich damit auseinanderzusetzen. Das meine ich nicht pauschal, sondern auf den Einzelfall. Ich muss mich fragen: "Warum wird der andere wütend?" – und wenn ich mich das nicht frage, erst dann wird die Sache zerstörerisch. (Ich spreche hierbei von Wut im Sinne von "pampig" bis "zynisch". Klar, einer offenen Beleidigung ist die Zerstörung innewohnend, aber ich glaube das ist eine Offensichtlichkeit. Darüber würde man kaum einen Blogbeitrag schreiben, also gehe ich mal davon aus, dass "Wut" hier ebenso gemeint ist.)

      7) Nun, ich denke in Wirklichkeit liegen wir mit unseren Ansichten nicht weit auseinander. Aber ich will mal etwas formeller werden: Ich lese dort oben folgendes Argument raus:
      1. "Wer ganz natürlich aus sich selbst heraus die Oberhand hat, braucht das nicht extra zu demonstrieren."
      2. (Jemand ist wütend)
      Ergo: Dieser jemand hat nicht die Oberhand.
      Das Argument ist formal nicht richtig (falsche logische Distribution), zusätzlich ist Prämisse 1 falsch. Und davor wollte ich eigentlich nur warnen. Entgleist ein Diskussionspartner in eines der bereits genannten Extreme, sagt das schlichtweg nichts über gar nichts aus. Das ist pure Selbstoffenbarung, aber nicht zwangsläufig Überkompensation. Eine andere Erklärung wäre neben vielen anderen, dass der Aggressor sich einfach missverstanden fühlt. Wenn er dann gegen eine Meta-Ebenen-Mauer klatscht, ist der Teufelskreis unausweichbar.

      Was meine ich also mit "in die Schuhe schieben"? Nun, befinde ich mich in einem Streit, und der andere wird wütend, kann ich ihm natürlich einfach den Schwarzen Peter zustecken, schließlich ist er der Unruhestifter und begeht damit ein "Vergehen". Er verstößt gegen die Regeln, er erzeugt kontraproduktive Disharmonie. Das KANN bedeuten, dass er im Unrecht ist bzw. nicht vernünftig argumentieren kann. Es KANN aber auch bedeuten, dass ich im Unrecht bin, und mit meiner sturen Uneinsichtigkeit mein Gegenüber zur Weißglut bringe. Und es KANN noch eine ganze Menge anderes bedeuten. Also wie soll ich daraus eine Aussage über "Oberhand" oder "Klugheit" gewinnen, ohne mich auf haardünnes Glatteis zu begeben?

      Reply
      1. Lea Fuhs

        1) Okay. Wahrscheinlich hatte ich da eine Redewendung im Hinterkopf: Der Klügere gibt nach / bleibt ruhig…
        3) Offenbar habe ich einen falschen Eindruck hinterlassen. Es ging mir nicht darum, zu sagen, „gutes Benehmen = Klugheit“, sondern, „es erfordert Klugheit, mit einem Verhalten zwei konträre Ziele treffsicher zu verfolgen“. Aber gut, ich bin aufmerksamer hinsichtlich Erklärungsarten geworden, danke dafür.
        5) Kant und Beihilfe zum Mord passen zusammen? Welche Maxime steht denn dahinter, die auch verallgemeinerbar ist? „Man sollte jedem helfen“ kann ja keine allgemeine Regel sein. Selbst bei „guten“ Mitmenschen kommt irgendwann auch der Selbstschutz ins Spiel → sich ausnutzen lassen geht nicht.
        7) Danke für das Auseinandernehmen (Prämisse & Konklusion), so habe ich es noch gar nicht betrachtet. Vermutlich denke ich zu destruktiv über das Thema Wut und ich werte Wut zu sehr ab, statt auch andere Aspekte zu beachten.

        Schuld-Schuhe-schieben: Ok, so war das also gemeint. Das wäre schon sehr fies, jemanden zuerst auf die Palme zu bringen und dann gelassen zu sagen, „siehste, zivilisiert diskutieren kannst du überhaupt nicht“. Ein mieses Manöver. Auf so Ideen komme ich gar nicht :-)

        Ich hab das seltsame Gefühl, Ihre Argumentationsweise zu kennen. Wie heißt Ihr Blog / haben Sie einen?

        Reply
        1. Dr. Hojen

          5) Kant höchstpersönlich liefert ein Beispiel in der GzMdS: Ein Freund wird von einem Mörder verfolgt. Der Freund sucht unterschlupf in unserem Haus. Der Mörder klingelt an der Tür und fragt, ob sich unser Freund in unserem Haus aufhalte. Duch den kategorischen Imperativ bin ich verpflichtet, die Wahrheit zu sagen, also in diesem Falle den Freund ans Messer zu liefern. Das erfüllt nach deutschem Recht den Tatbestand der Mittäterschaft.

          Schuld-Schuhe-Schieben: Ja, nicht? ABER fies wirkt es nur, wenn man es als virtuelles Gedankenexperiment betrachtet und nicht, wenn man es (womöglich unbewusst) selbst praktiziert, den anderen kategorisch als Narzissten brandmarkt, als fehlerhaft abstempelt und ohne Rücksicht auf dessen Psychosphäre auf der Resterampe abkippt.

          Ich fühle mich allerdings geehrt, dass du meine Argumentationsweise von einem tatsächlichen Doktor wiederzuerkennen glaubst! Aber gehört hast du sie in der Tat bereits: Die selben Dinge sagte ich nämlich vor einigen Monaten schon, nur beurteiltest du die identischen Aussagen damals ETWAS anders. Deine Äußerungen hingegen wirken hier so absolut unideologisch, unkategorisch und kompromissbereit, ja geradezu gerecht!
          Schade, dass es einen vorgeschobenen Titel braucht, um dich zu fairen Einräumungen zu bewegen. Aber ich dachte mir schon, dass ich dich so kriege. 😉 (Der Name ist übrigens ein Anagramm.)

          Es ist einfacher, sich die anderen schlechtzureden. Es erfordert hingegen Mut, auch dann fair und logisch stringent zu bleiben, wenn mal etwas im Argen liegt, weil man dazu in den Spiegel sehen müsste. Ich habe meine Fehler eingestanden. Kannst du das auch? Kannst du genau diese Fairness und genau diese Einsichten auch dann bewahren, wenn du es nicht mit einer Autoritätsperson zu tun hast, sondern mit einem Menschen mit Fehlern und Lastern wie jeder andere auch?
          Du bezeichnest mich als Unmenschen, wirfst mich buchstäblich und nachhaltig in irgendwelche Kisten, von denen du vermutlich weißt, dass ich nicht hineingehöre. Du verbietest mir, mit dir zu sprechen, wiederholst immer und immer wieder, wie unsagbar unfähig ich doch bin, vernünftig zu argumentieren. Die Tatsache, dass du mich für einen Dr. Sowieso hältst, beweist das Gegenteil. Und jedes mal, als ich dir genau mit den Argumenten wie Dr. Sowieso kam, gabst du mir die „Lenk nicht von dir ab“-Keule. Und du wunderst dich, dass ich da wütend wurde?

          Reply
          1. Dr. Hojen

            Im Übrigen erwarte ich keine weitere Antwort. Ich wollte hiermit nichts bezwecken, sondern nur herausfinden, ob ich wirklich der Irre bin, wie es deine Guerilla-Psychologie nahelegt. Ich schätze die Antwort ist eindeutig. Oh je, was für eine Bekanntschaft! Es war mir eine Lehre, Sie kennenzulernen!

          2. Lea Fuhs

            Also, Deniz,

            – „Schade, dass es einen vorgeschobenen Titel braucht, um dich zu fairen Einräumungen zu bewegen.“ Schade, dass du es nötig hast, dich hinter einem Pseudonym zu verstecken. Genau.

            – „Ich habe meine Fehler eingestanden.“ Und wie viel hast du draus gelernt? Da direkt danach ein Block aus Vorwürfen folgt, glaube ich, dass die Antwort folgendermaßen lautet: Gar nichts.

            – Ich verbiete dir usw. : Schau in den Chatverlauf. Da steht, dass du um Mitsprache gebeten wurdest und nichts dagegen eingewendet hast, eine Kontaktpause von bestimmter Länge zu haben. Komisch, dass deine fehlende Meinung jetzt als Verbot meinerseits ausgelegt wird. Damit ich wieder die Böse bin oder wie? Ein billiges und durchschaubares Manöver.

            – Übrigens hatte ich beim Schreiben des Artikels ganz andere Leute im Hinterkopf, nicht dich. Wenn du es trotzdem persönlich nimmst, kann ich leider nichts dagegen machen. Wenn du es nicht erträgst, Artikel zu lesen, die irgendwas mit dir zu tun haben könnten, dann vermeide es doch einfach.

          3. Dr. Hojen

            – Dass ich das nötig habe liegt ja weniger an mir, was? 😉 Offenkundig funktionierte es so besser. Also, warum nicht? Reine Pragmatik.

            – Ja, das meinte ich eben. „Du machst Vorwürfe, also hast du Unrecht.“ Das Argument hat keinen Bestand, das hast du selbst zugegeben. Vielleicht mache ich ja aber auch deshalb welche, weil sie begründet sind. (WICHTIGE FRAGE: Warum sind deine Vorwürfe immerzu legitim und treffsicher, die anderer Menschen aber nie?)
            Funfact: In deinem zweiten Spiegelstrich beschwerst du dich, dass auf meine Argumentation ein Block Vorwürfe folgte. Im dritten Spiegelstrich folgt ein Block Vorwürfe. Das hat humoristische Qualität.

            – Ach komm. Dein ernst? Ist das ein strategischer Winkelzug, oder glaubst du das wirklich? Dieses Dekret stammte aus deiner Feder. Ich war damit nur deshalb einverstanden, weil es die einzige Alternative dazu war, überhaupt nie wieder mit dir zu sprechen. Diese beiden Optionen hast du mir aufgezwungen. Und jetzt kommst du mir mit „War deine Entscheidung“. Jo, technisch gesehen stimmt das sogar. De facto hast du mich zu der Entscheidung genötigt. Und von fehlender Meinung kann keine Rede sein, ich glaube meine Bedenken überdeutlich zum Ausdruck gebracht zu haben. Aber ich denke ich erspare uns die Wortzitate. (Sofern du dich an die Wortlaute erinnerst, weißt du vielleicht auch noch, warum.)

            – Ich weiß, dass nicht ich gemeint war. Sonst hättest du mein Pseudonym viel schneller durchschaut, außerdem weiß ich um meinen mickrigen Stellenwert in deiner Sozialsphäre durchaus bescheid. (Entgegen der weitläufigen Meinung bin ich kein Idiot.) Ich sah nur die Gelegenheit, dir die Dinge zu entlocken, die du damals abgeschmettert hast. Im Übrigen finde ich das absolut ertragbar, zumal ich weiß, ein manipulativer Narzisst mit soziopathischen Tendenzen zu sein. Das habe ich nie geleugnet, und würde ich glauben, irgendwer zieht irgendwo über mich her, dann könnte ich der Sache eigentlich nur meinen Segen geben. Ich meine, ich arbeite daran, aber ich bin wer ich bin und es gibt genügend Gründe das (bzw. mich) zu verteufeln, da bin ich der Letzte, der sich beschweren würde. Es gibt ja auch zahlreiche politische Feinde, die insb. im Schutze der Internet-Anonymität über mich herziehen, gegen mich hetzen, gefälschte Fotos von mir verbreiten und noch weitaus kreativere Dinge. Ich schaue mir solche Sachen eigentlich gern an, weil ich denke, dass man etwas in seinem Leben falsch macht, wenn man keine Feinde hat. Außerdem: Wer will denn nicht mal Superschurke sein?

            Also, warum krieche ich jetzt wieder hinterm Ofen hervor? Naja, weil ich aufgrund meiner Gesamtkonfiguration dazu tendiere, mein Selbstbild von Anderen abhängig zu machen. (Was man nicht sollte, ich weiß.) Also musste ich irgendwie unterscheiden, ob deine Anlastungen objektiv oder subjektiv waren – und ich deute sie mal als subjektiv und damit irrelevant.

  3. Dr. Hojen

    Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite wäre es, diese „intelligente Ruhe“ zu instrumentalisieren. „Der Ruhige hat immer Recht“ ist ja der Pathos, der hinter dieser Argumentation steht. Oder wenigstens: „Der Ruhige hat wahrscheinlich Recht“. Gleichzeitig gereicht diese Methode aber auch zur Flucht ins Transzendente und bietet daher gutes Versteck. Man schiebt eine ruhige Kugel, argumentiert eines Stoikers würdig und vermeidet es damit, irgendetwas zu sagen oder anzunehmen, geschweige denn einzuräumen. Kannst du eine Auseinandersetzung nicht gewinnen, dann zieh sie auf die Meta-Ebene. Im Internet ist das üblicherweise die Stelle, an der man die Rechtschreibung des anderen kritisiert – in der Realität eben die Sprechweise. Und wenn eine der Personen im Laufe des Gesprächs aus den vorkonstruierten Fugen gerät, hat man gleich doppelt gewonnen: 1. Man kann dem anderen etwas vorwerfen! Schließlich ist im Ernstfall jede Waffe recht. Ablenkung geht immer. 2. Vom Inhalt der Diskussion braucht man sich jetzt nicht mehr behelligen zu lassen.

    Oben ist die Rede von „Authentizität“, was witzig ist, weil das Gegenteil propagiert wird. Sich zu zwingen, ruhig zu bleiben, ist nicht authentisch weil es nicht „mit [der] Innenwelt […] übereinstimmt“. Daher handelt es sich schlicht um eine Lüge.
    Wird jemand in einem Streit verbal aggressiv, wäre es ein Trugschluss mit tu-quoque-Anstich zu behaupten, argumentative Unterlegenheit wäre die Ursache. Es lässt sich mit Gewissheit nur eines deduzieren: Der Andere ist emotional aufgebracht. Wut ist im Übrigen der Ausdruck von gefühlter ungerechter Behandlung. Warum fühlt der Andere sich ungerecht behandelt? Nun, vielleicht deshalb, weil seine Wut (unbewusst) fehlgedeutet und gegen ihn verwendet wird, indem irgendjemand diese „Getretene Hunde bellen“-Leier auspackt, die faktisch nicht haltbar ist.
    Mit dieser Argumentation, liebe Lea, kann man sich immer rechtfertigen.

    Selbstverständlich muss sich niemand anpöbeln lassen. Es ist in der Tat konstruktiv, bei klarem Verstand miteinander zu reden. Aber der Trugschluss von der Wut auf die inhaltliche Unterlegenheit ist absurd, ja gerade zu feige, da bei nüchterner Betrachtung die exakt gegensätzliche Folgerung schlüssiger ist. Ergo: Gespräch abbrechen, runterkommen, weitermachen. Und nicht erhobenen Hauptes als selbsterklärter Gewinner herausmarschieren – ohne jeden Grund.

    Was man nun machen könnte: Ich werfe mit seichter Stimme und politisch korrekten Hülsenworten irgendwem irgendwas vor, gehe auf alles, was er sagt, nicht ein, und bohre solange, bis derjenige wütend wird. Dann mache ich ihm Vorwürfe, warum er denn so aggressiv sei, er würde nicht vernünftig argumentieren können, usw.
    Der Jackpot winkt dabei auch noch: Kommt mein Opfer auf die Idee, das zu erwidern, weil er diese Flucht ins Transzendente durchschaut; also in etwa sagt: „Du argumentierst selbst auf unhaltbare Weise, nur eben ruhiger!“ – dann kann man noch ein freizügiges „Lenk nicht von dir ab!“ hinterherwürgen. (Womit man von sich ablenkt. Und vom Thema. Und überhaupt!)

    Alles in allem ist dein Postulat eine Anleitung, wie man vorsätzlich oder nur aus Unbedachtsamkeit heraus unauthentisch und formell widersprüchlich dem Anderen die eigenen methodischen Fehler in die Schuhe schiebt. Die Tabuisierung von Wut im Alltag ist ungesund (Widersprechet, so ihr könnt!) und darauf fußen all die alten Bauernregeln, die hier als Prämisse dienen.

    Reply
    1. Dr. Hojen

      Im übrigen schließt du von IQ auf EQ oder andersrum oder so. Kategorienfehler, möcht‘ ich meinen!

      Reply
      1. Lea Fuhs

        Vielen Dank für Ihren Kommentar, Dr. Hojen. Ich versuche, auf Ihre Punkte einzugehen, und zwar:

        1.) Der Ruhige hätte immer Recht
        2.) Jemand, der verärgert ist aber ruhig bleibt, lügt, und das sei ein ungesunder Ratschlag,
        3.) Wut = persönliche Schwäche sei eine falsche Schlussfolgerung
        4.) Ich empfehle bei wütenden Gesprächspartnern „als selbsterklärter Gewinner heraus[zu]marschieren“
        5.) „Was man machen könnte: Ich werfe mit seichter Stimme und politisch korrekten Hülsenworten irgendwem irgendwas vor, gehe auf alles, was er sagt, nicht ein, und bohre solange, bis derjenige wütend wird.“
        6.) Ich würde Wut tabuisieren
        7.) IQ bedeutet EQ für mich.

        Hier dazu meine Antworten:

        1.) Ich nehme an, dass Sie diese Schlussfolgerung auf mein Beispiel der Studentin stützen. Dabei handelt es sich bei mir lediglich um ein Beispiel. Ich habe nicht explizit behauptet, dass Ruhe bewahren immer und überall das einzig Richtige wäre. Sondern ich behaupte: „Man muss nicht reflexartig „zurückpampen“ – die Regel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist ja bei Lichte betrachtet eh unhaltbar.“ Ich wende mich gegen reflexartiges Giften, nicht aber gegen jegliche Art der wütenden Gegenwehr. Bitte differenzieren und nicht verallgemeinern.

        2.) Für mich ist „Authentizität“ ein Kontinuum, man kann komplett authentisch kommunizieren, selektiv authentisch und unauthentisch. Die Studentin im Beispiel kommuniziert selektiv authentisch. Das heißt, sie setzt Ziele um, die in ihrer Innenwelt liegen, und dazu gehört das Bewahren von Harmonie. Sie haben Recht, es mag nicht sonderlich authentisch sein, seine Wut zu verbergen. Aber wieder gilt: Mir zu unterstellen, dass ich Ruhe als das situativ konsistente Nonplusultra propagiert hätte, ist nicht ganz fair. So habe ich es nämlich nicht gemeint. Es geht nicht um einen selbstverleugnenden Sozialzwang, sondern um das Ausbalancieren zwischen zwei Extremen (Giften auf der einen Seite, Selbstunterdrückung auf der anderen). Man sieht, dass ich Selbstunterdrückung nicht befürworte, daran, dass die Studentin ihr Ziel verfolgt, eine falsche Sicht des Anderen zu kommentieren. Würde sie sich selbst verleugnen (das andere Extrem) dann hätte sie sich komplett ohne Gegenwehr untergeordnet, und das habe ich an keiner Stelle propagiert.

        3.) Korrekt, ich kann falsch schlussfolgern. Jemand, der wütend ist, ist nicht unbedingt persönlich schwach. Ich könnte ihn auch dazu gebracht haben (wie jede Kommunikation hat auch so eine zwei Beteiligte). Es ist so: Ich habe Leute kennengelernt, die sehr schnell und in vielen verschiedenen Situationen mit verschiedenen Leuten wütend wurden und herum gifteten. Erklären Sie mir, wie man so eine Beobachtung (die andere mehrheitlich bestätigt haben; Gegenbelege gibt es kaum) sonst erklären soll.

        4.) An welchen meiner Worte machen Sie das fest? Von einer Selbstdefinition habe ich nur indirekt geschrieben und von einem Herausmarschieren eigentlich gar nicht.

        5.) Das habe ich nie gemacht und auch nicht befürwortet… Ich interpretiere das einfach mal als freundliche Warnung, wie man mich missverstehen / „miss-brauchen“ könnte. Ist das richtig interpretiert?

        6.) Nochmal: Woran machen Sie das fest? Zeigen Sie mir (wie bei 4) an welchen Worten Sie das festnageln. Vielleicht ist es ein Eindruck, den ich hervorgerufen, aber nicht beabsichtigt habe. Ich argumentiere lediglich aus meiner Lebenswelt heraus, welche öfters von Menschen geprägt ist, die eben schnell wütend werden und mich unnötig angepampt haben.

        7.) Der wahre Kern an dieser Annahme ist, dass in meinem „klugen Balancieren“ auch eine emotionale Komponente ist. Das ist korrekt. Aber zwei Ziele (ein Ziel ist kognitiv für mich) gleichzeitig anzupeilen, ist für mich eher kognitive Intelligenz als emotionale. Ich habe Kategorien nicht verwechselt, sondern: Ich habe IQ mit einem Beispiel eines emotional klugen Verhaltens illustriert. Es gibt natürlich auch andere Balance-Akte, die weniger oder gar nichts Emotionales beinhalten; mein Artikel beschreibt nur einen Ausschnitt, ein Beispiel aus möglichen Zielen, die konträr einander gegenüber stehen.

        Erklären Sie bitte nochmal, was Sie mit „methodischen Fehlern in die Schuhe schieben“ meinen. Das habe ich nicht gemeint, sondern wie Sie selbst sagen: „Selbstverständlich muss sich niemand anpöbeln lassen. Es ist in der Tat konstruktiv, bei klarem Verstand miteinander zu reden.“ Zum Thema Trugschluss siehe Punkt 3.

        Reply

Hinterlasse einen Kommentar zu Lea Fuhs Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.